Massiver Ausbau von Windenergieanlagen rund um Günterstal – Bürger wurden nicht gefragt
Vergangene Woche fand im Günterstal eine Informationsveranstaltung von Bürgerinitiativen zum geplanten Windkraftausbau im Schwarzwald statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, was das politische Ziel „Klimaneutralität bis 2035“ konkret für unsere Region bedeutet.
Die Zahlen sind deutlich: In Baden-Württemberg stehen derzeit 813 Windenergieanlagen in Betrieb. Weitere 153 Anlagen sind bereits genehmigt, 1.282 befinden sich im Genehmigungsverfahren und zusätzliche 232 Projekte wurden bereits vorgestellt. In den kommenden Jahren soll sich die Zahl der Windräder auf rund 2.500 verdreifachen. Langfristig plant das Land sogar mit 6.000 bis 7.000 neuen Anlagen – auf zwei Prozent der gesamten Landesfläche.
Auch der Schwarzwald bleibt davon nicht verschont. Rund um den Schauinsland und Günterstal sollen mehrere Windenergieanlagen direkt in Waldgebieten errichtet werden. Der Vortrag machte jedoch deutlich, dass unsere Region im Vergleich zu Nord- und Ostsee deutlich geringere Windstärken aufweist. Um die Strommenge einer einzigen Offshore-Anlage zu erzeugen, müssten hier drei Windräder gebaut werden. Das bedeutet mehr Flächenverbrauch, mehr Eingriffe in Natur und Landschaft – bei deutlich geringerem Ertrag.
Hinzu kommen massive ökologische Folgen: Rodungen, Bodenverdichtung, Fundamentbau, schwere LKW-Transporte sowie Risiken für Wasserressourcen und Tierwelt. Gleichzeitig zeigen die präsentierten Daten, dass der Ersatz der Kernenergie durch Windenergie in Deutschland keinen realen CO₂-Vorteil gebracht hat. Während Kernenergie im Jahr 2000 rund 170 TWh CO₂-neutralen Strom lieferte, erzeugen heute rund 30.000 Windräder lediglich etwa 139 TWh. Der fehlende Strom wird weiterhin durch Kohle, Gas und Importe gedeckt.
Besonders kritisch: In den betroffenen Stadtteilen wie Günterstal wurde bislang keine Bürgerbefragung durchgeführt. Die Menschen vor Ort wurden nicht gefragt, ob sie diesen massiven Eingriff in ihre Heimat überhaupt wollen. Entscheidungen dieser Tragweite wurden über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen.
Als AfD setzen wir hier bewusst einen anderen Schwerpunkt. Wir stehen für direkte Demokratie. Gerade bei solch einschneidenden Projekten müssen die Bürger vor Ort gefragt werden. Wer echten Umwelt- und Naturschutz ernst nimmt, wer unsere Wälder, unsere Landschaft und unsere Artenvielfalt erhalten will, muss bereit sein, ideologiefrei über einen ausgewogenen Energiemix zu sprechen. Dazu gehört auch die Kernenergie.


